Die norwegische Ortschaft Solbergelva ist nur 50 Kilometer von Oslo entfernt, aber was das kulturelle Angebot angeht, könnte es genauso gut auf dem Mars liegen. Renate Reinsve, die dort aufgewachsen ist, sagt, es sei quasi nur eine Straße zwischen zwei Orten. Kein Kino, kein Museum, nichts, was einem Kind, das so ganz andere Interessen hatte als die anderen, die Welt hätte eröffnen können.
Wenn die 38-Jährige über ihre Jugend spricht, bleibt sie stets vage. Dem „Guardian“ erzählte sie, sie habe die meiste Zeit im Baugeschäft ihrer Familie abgehangen, der „New York Times“ sagte sie: „Ich hatte keine schöne Kindheit.“ Mit 16 schmiss sie die Schule und haute ab aus der Enge, floh erst nach Edinburgh, dann nach Oslo, wo sie zur Schauspielschule ging und endlich all die Filme, Bücher und…
