Dieses Gesicht. Schön ist es und makellos, aber auch beunruhigend. Irgendwas Falsches liegt darin, in dem zu großen Lächeln, den kühlen Augen.
Das Gesicht gehört Schauspielerin Lavinia Wilson, 44, aber natürlich ist es nicht ihr wahres, definitiv nicht. Wilson schaut freundlich, obwohl ich deutlich verspätet – die Bahn – im Netflix-Office in Berlin-Mitte erscheine. Sie wartet, einen Becher Tee in der Hand, im Team-Besprechungsraum des Streaming-Anbieters: rollbare Schreibtische, Flipchart, Clubsessel-Gruppe, dazwischen ein am Boden fixierter roter „N“-Ballon.
Es ist Samstagmittag, eigentlich Familienzeit für Lavinia Wilson, die drei Söhne zwischen sechs und zehn hat. In der Woche hat sie in Köln gedreht, einen Fernsehfilm für die ARD mit Andrea Sawatzki und Christian Berkel, und bestimmt hätte sie heute anderes zu tun, als ein Interview zu geben. Aber sie wirkt gelassen, nimmt…
