Scham ist heute bei Frauen eigentlich nicht mehr angesagt, haben sie sich doch schon viel zu lange für ihre Körper, ihre Falten, ihre Hitzewallungen und dergleichen geschämt. Und nun kommt eine daher, die als Komikerin quasi davon lebt, eigene Schamgrenzen und die der anderen zu übertreten, weil das ungeheuer befreiend ist, und sagt: „Meine Scham ist meine große Schwester, die auf mich aufpasst. (…) Sie rümpft meine Nase und seufzt ganz tief, dann schaut sie mir bis auf den Grund meiner Seele und schüttelt den Kopf.“
So schreibt es Cordula Stratmann, 60, in ihrem neuen Buch „Wo waren wir stehen geblieben“ (224 S., 20 Euro, dtv), in dem sie zu allem Möglichen ihre Ansichten kundtut, von A wie Applaus und Älterwerden bis W wie Warten und Würde – oft originell,…
